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Die Entstehung der Heilschlaf-Hypnose
Es gab immer wieder veränderungswillige Leute, die mich zunächst nur zum Kennenlernen oder für ein Informationsgespräch zum Thema Hypnose aufsuchten, ohne zu diesem Zeitpunkt bereits eine Veränderungsarbeit angehen zu wollen. Also erzählte ich vom hypnotischen Ansatz, erklärte die Rolle des Unbewussten im Allgemeinen und die der Hypnose im Besonderen usw. Und oft stand auch die Frage der eigenen Hypnotisierbarkeit im Raum, so dass ich dann zu Demonstrationszwecken leichte Trancen oder auch Handlevitationen induzierte. Die Leute zeigten sich meist sehr interessiert und kündigten an wiederzukommen. Doch manche meldeten sich nicht mehr. Dem maß ich zunächst keine größere Bedeutung bei - offenbar war es mir doch nicht gelungen, sie von den Möglichkeiten der Hypnose zu überzeugen, vermutete ich. Umso erstaunter war ich, als ich später, zum Teil über Dritte, erfuhr, dass der Grund Ihres Fernbleibens offenbar ein ganz anderer war: ihr Veränderungswunsch hatte sich bereits mehr oder weniger erfüllt! Der Raucher reduzierte seinen Zigarettenkonsum drastisch, der Beziehungsscheue ging eine feste Bindung ein, wer unter familiären Auseinandersetzungen gelitten hatte, meisterte plötzlich eine schwierige Situation souverän und ließ sich dabei nicht mehr unterkriegen usw. Diese und weitere Erfahrungen ließen in uns die Gewissheit reifen, dass offenbar eine Trance, die im Kontext eines Änderungswunsches induziert wird, bereits aus sich heraus zu einer positiven Wirkung bis hin zur Beseitigung eines Problems führen kann, ohne dass das eigentliche Thema von außen 'inhaltlich behandelt' werden müsste! Und dies scheint bei näherer Betrachtung sogar logisch: Wenn wir davon ausgehen, dass ein Klient alle erforderlichen Ressourcen für eine gewünschte Änderung bereits in sich trägt, und wenn eine Veränderung gewollt wird - was sollten wir diesem Klienten dann noch inhaltlich mit auf den Weg geben müssen? Er hat doch unserer Überzeugung nach schon alles, was er braucht! Damit sich ein Samenkorn zur Blume entwickeln kann, müssen lediglich äußere Bedingungen geschaffen werden, die ihm genau dies ermöglichen. Aber der Prozess des Wachsens und der Entwicklung ist bereits fest im Samenkorn verankert und untrennbar mit diesem verbunden.
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